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Sukuma Award 2013

Vor paar Tagen wurden bei den Filmnächten die Siegerpots des Sukuma Awards 2013 aus Chemnitz und Dresden vorgeführt. Thema dieses Jahres war das Bankgeheimnis, und die Frage danach, wie Banken mit unserem Geld umgehen.

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Aus den eingereichten Filmideen gingen zwei als Sieger hervor. Diese wurden von Laien, Filmprofis und Prominenten als Kurzfilm umgesetzt und produziert. Mit der Verbreitung der Siegerspots in Kinos und Medien setzt sich Sukuma dafür ein, die Öffentlichkeit dazu zu bewegen, sich im Alltag für eine gerechte Globalisierung zu engagieren.

Hier nun die zwei Siegerspots:

Antrag auf Fördermittel

Von der Nationale Stadtentwicklungspolitik eine Gemeinschaftsinitiative von Bund, Ländern, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund gab es einen Projektaufruf. Gesucht wurden beispielhafte Pilotprojekte, die als Ziel haben eine klimagerechte, sozial ausgeglichene, wirtschaftlich robuste, kurzum eine nachhaltige Stadtentwicklung sicherzustellen.

Projektaufruf Stadtentwicklung

Ein wichtiger Punkt im Aufruf war die Frage, wie in einer Stadt regionale Wirtschaftskreisläufe für Energie, Lebensmittel, Infrastruktur u.a. gefördert werden können, um die Stadt widerstandsfähiger gegenüber Krisen zu machen. Stadt-Land-Partnerschaften und regionale Währungen wurden hierbei explizit erwähnt.

Die ausgewählten Projekte werden über zwei Jahre begleitet und zu 50% gefördert, bis zu 70.000 Euro. Wir vom Elbtaler haben uns an diesem Aufruf beteiligt und einen Projektvorschlag vor wenigen Tagen eingereicht.

Der Schwerpunkt in unserem Antrag liegt auf einer Kooperation mit den Gemeinschaftsgärten und Höfen in und um Dresden. Der Elbtaler-Schein den wir mit dieser Förderung realisieren wollen spielt hierbei eine zentrale Rolle. Mit Hilfe einer Förderung können wir die nächste Phase des Elbtalers beschleunigen und weiter professionlisieren. Einsendeschluss war der 31.08.2013 und die Projekte werden bereits ab November 2013 gefördert.

Dies war unser erster Antrag auf Fördermittel. Wir haben uns beim Antrag sehr viel Mühe gegeben. Wir drücken die Daumen.



Hier ein kleiner Auszug aus unserem Antrag und welche Ziele wir mit dem Projekt verfolgen.

Die klassischen Ziele einer Regionalwährung:

    Belebung der regionalen Wirtschaft (sozial und nachhaltig)
    • Unterstützung und Vernetzung von regionalen KMU
    • Transportwege verkürzen, regionale Ressourcen nutzen, Natur und Umwelt schonen
    Selbstversorgungsgrad der Stadt und Region heben, Resilienz fördern

Projektförderung durch den Elbtaler („Elbtaler-Bonus“ mittels ET-Schein):

    Finanzierungsinstrument für regionale Vereine und soziale Projekte in der Stadt
    Bürger einbinden, Zusammenarbeit motivieren, die Stadt beleben
    Vernetzung zwischen Vereinen und Projekten und der Unternehmerlandschaft; Unternehmerschaft für das städtische soziale Umfeld sensibilisieren, Verbundenheit zur eigenen Stadt wecken

Kooperation mit den Landwirtschaftsprojekten:

    • städtische Konsumenten mit regionalen Lebensmittel-Produzenten verbinden
    • Versorgungspotentiale für Lebensmittel heben und Vermarktungswege öffnen
    Wissen um Anbau, Verarbeitung und Haltbarmachung von Lebensmitteln fördern
    Ernährungssicherheit verbessern

nächstes Strategietreffen

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Wir planen mit dem Elbtaler in die nächste Phase zu gehen und wollen die Entwicklung zum Schein & Endverbraucher angehen. Um die Finanzierung aller nötigen Bausteine zu bewerkstelligen werden wir im Herbst eine Crowdfunding-Aktion starten. Parallel dazu nehmen wir an dem Projektaufruf „Wirtschaft und Stadtentwicklung“ teil und erhoffen uns zusätzliche Fördermittel.

Anlässlich dieser Entwicklung lädt der Förderverein Elbtaler e.V. zum nächsten Strategietreffen ein. An diesem Abend wollen wir Mitglieder und Interessierte über die nächsten Schritte informieren.

Themen die wir vorstellen werden:

  • Elbtaler-Schein und Endverbraucher: Wo liegen die Kosten?
  • Crowdfunding-Aktion: Was ist geplant?
  • Förderprojekt „Wirtschaft und Stadtentwicklung“: Was ist das?
  • anstehende Aufgaben: Wie kann ich mich einbringen?

Mit einer kurzer Einführung werden wir das Thema des Abends und unsere Vorarbeit vorstellen. Im Anschluss möchten wir mit euch gemeinsam die nächste Schritte besprechen. Wir freuen uns auf eure kreativen Anregungen, und natürlich auch auf etliche Helfer.

Mittwoch 21.08., 19.00 Uhr
18.30 Uhr: offene Gesprächsrunde
19.00 Uhr: Beginn offizieller Teil

Ort: Konferenzraum der ENFO AG
Dresden, Jägerstraße 6 (Nähe Waldschlösschen)

Vortrag mit Prof. Margrit Kennedy

Flyer Kennedy

Prof. Margrit Kennedy beschäftigt sich als Architektin seit mehr als 20 Jahren mit der Architektur unseres Geldsystems. Das unser Finanzsystem neue Blickwinkel brauchen kann, zeigt die seit 2007 anhaltende globale Finanzkrise, die aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Mainstream nur wenige vorhersahen. Obwohl jeder von uns tagtäglich mit Geld umgeht, kennen nur wenige seine Funktionsweise und die Dynamiken des Geldsystems. Dass sich Geld auch ganz anders denken läßt, ist eine Idee, die im Laufe der Finanzkrise auf immer breiteres Interesse stößt.

Gemeinsam mit dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden hat der Förderverein Elbtaler e.V. Margrit Kennedy nach Dresden eingeladen. Am 5. September spricht sie ab 19 Uhr im Großen Saal des Hygiene-Museums. Sie wird in Ihrem Vortrag ihre Kritik am Geldsystem ebenso vortragen wie sie Wege aufzeigen wird, wie Geld neu gestaltbar ist. Bereits ab 17 Uhr lädt sie zu einem Geld-Spiel ein, bei dem alle Mitspielenden ihr persönliches Verhältnis zum Geld auf die Probe stellen dürfen.

 

Achtung: Leider ist Margrit Kennedy erkrankt. Der Abend findet dennoch statt! Kathrin Latsch, Journalistin, Psychologin und Filmemacherin wird sie auf Empfehlung von Margrit Kennedy vertreten. Sowohl das Geld-Spiel wie auch der Vortrag finden statt!

 

Flyer Kennedy

Das Geld und ich
Prof. Margrit Kennedy

Do. 05.09., Großer Saal
Deutsches Hygiene-Museum Dresden
17 Uhr: Das Geld-Spiel
Anmeldung unter ed.dmhdnull@negnutlatsnarev

19 Uhr: Vortrag
Eintritt: 3 €/Ermäßigungsberechtigte frei

Mehr Infos:
www.dhmd.de/kennedy

Veranstaltungsflyer

Die Demokratisierung des Geldes

Der Elbtaler ist ein als Verein organisiertes Zahlungsmittel, welches zwischen seinen Mitgliedern benutzt wird. Die Regeln, wie dieses Geld funktioniert, geben sich die Mitglieder selbst. Damit ist der Elbtaler weitaus demokratischer organisiert, als alle früheren Geldsysteme: Die Geldnutzer sind Eigentümer des Systems und bestimmen die Regeln.

Dass wir mit diesem Ansatz sehr zukunftsweisend unterwegs sind, zeigt ein aktuelles Interview mit David Graeber, Autor des Buches „Schulden – Die ersten 5000 Jahre“:

„Wir tun so, als wäre Geld eine begrenzte Ressource wie Öl. In Wirklichkeit ist Geld eine soziale Übereinkunft. Es besteht aus gesellschaftlich zirkulierenden Versprechen, die man freilich ganz anders organisieren könnte, als das heute der Fall ist. Leider gibt es im Moment eine Blockade der Imagination. Die Kreativität ist verloren gegangen, mit der Politiker in der Nachkriegszeit große Entwürfe wie den Wohlfahrtsstaat, die Vereinten Nationen oder das Weltraumprogramm umsetzten.
[..]
Wenn Geld aus einer Reihe von Versprechungen besteht, die sich Menschen gegenseitig machen, und wenn die Geldmenge nur die Menge zirkulierender Erklärungen ist, wie viel Wert wir in Zukunft produzieren möchten, dann muss darüber in einer Demokratie auch ein demokratischer Konsens hergestellt werden. Es gibt nichts Wichtigeres für eine Gesellschaft als diese Zukunftsversprechen, die wir uns gegenseitig geben. Es ist zutiefst undemokratisch, wenn nur ein Prozent der Bevölkerung darüber entscheidet. Nur durch diese Art der postkeynesianischen Neubestimmung der Natur des Geldes wird möglich sein, was ich die Demokratisierung des Geldes nenne.“

Das vollständige Interview im FREITAG.

Sukuma-Wettbewerb: Was macht die Bank mit deinem Geld?

Der Sukuma Award ist der etwas andere Filmpreis des Sukuma arts e.V. Der Verein hat seinen Sitz in der Dresdner Neustadt und sucht in diesem Jahr nach Film-Ideen unter dem Motto „Kennen Sie ihr Bank-Geheimnis?“

Seit 2009 werden Themen gesetzt, die mit dem Stichwort „Nachhaltige Entwicklung“ verbunden sind. Wir als Förderverein Elbtaler e.V. fühlen uns Nachhaltigkeits-Aspekten sehr verbunden und mit dem diesjährigen Banken-Thema angesprochen. Daher rufen wir dazu auf:

Die beste Film-Idee hat die Chance auf Dreh-Beginn: Sukuma finanziert die Umsetzung der Film-Idee. Vielleicht läuft auch bald dein Spot im Kino?

Die nächste Blase

Der Gründungsväter und -mütter des Elbtalers trieb auch die Frage nach der Stabilität unseres Finanzsystems um. Allerdings wollte dies vor 2008 kaum jemand hören. Erst seit 2008 wird die Idee des Elbtalers nicht mehr nur als „Spinnerei“ angesehen, sondern zunehmend als Teil einer Lösungssuche akzeptiert. Dennoch flacht das Interesse am Thema Regiogeld derzeit wieder ab: Griechenland scheint „gerettet“, die Diskussion um Euro-Bonds ist verschwunden, seitdem keine neuen Krisenländer aufgetaucht sind. Doch die Ruhe ist trügerisch.

Spiegel Online hat ein Interview mit William White geführt, in welchem dieser warnt, dass die Finanzkrise alles andere als überstanden ist. Dass außer schönen Ankündigungen und Versprechungen von Bankvorständen nicht viel Grundsätzliches passiert ist. Die Schwankungen der Preise für Aktien, Rohstoffe oder Gold sieht William White eher als Anzeichen einer neuen Blase, die ihre Ursache in den Rettungsversuchen der Zentralbanken hat. Immerhin wurde in den vergangenen Jahren
massiv neues Geld in die Welt gebracht (erkennbar an den verlängerten Bilanzen der Zentralbanken).

In Dresden sind die Auswirkungen der Finanzblase bereits spürbar: Die Preise für Immobilien steigen stark und mit ihnen die Mieten. Ursache dafür ist, dass immer mehr Geld in Immobilien fließt, um Turbulenzen im Finanzsystem auszuweichen: So mancher glaubt sein Geld in „Betongold“ besser angelegt als auf den Konten der Banken. Eben auch in Dresden.

Was passiert, wenn diese Blase, von der William White spricht, platzt, ist unsicher. Wahrscheinlich ist, dass erneut Banken in Schieflage geraten, vielleicht wieder mit staatlichem Geld gestützt werden müssen, damit die Einleger (also auch „Sparer wie du und ich“) nicht ihre Einlagen abschreiben müssen. Im Nachgang werden dann vielleicht die Banken weniger Kredite vergeben und die Zinsen steigen. Für Unternehmen kann dies tödlich sein.

Solche Entwicklungen sind nicht im Interesse der Mitglieder des Förderverein Elbtaler e.V. Wir wollen eine berechenbare Wirtschafts-Situation, in der unternehmerisches Handeln möglich ist. Auch im Interesse der Bürger der Region, denn nur gesunde Unternehmen stellen Arbeitsplätze und liefern Waren und Dienstleistungen. Der Elbtaler, so unsere berechtigte Hoffnung, soll dazu beitragen, Turbulenzen im Euro-System abzumildern, indem eine Währungs-Alternative verfügbar ist: Eine Alternative, die Geld bereitstellen kann, wenn es benötigt wird und Wirtschaftskreisläufe stabilisiert. Damit unsere Region und ihre Unternehmen weniger getroffen wird, falls die nächste Blase platzt.

Elbtaler-Newsletter Juni 2013

Mit diesem Newsletter möchten wir Sie über die vergangen Aktivitäten und den nächsten Terminen rund um den Elbtaler informieren.

Es gibt ein neues Interview mit eines unserer Unternehmen, von uns vorgestellt, für Sie zum Kennenlernen. Im zweiten Interview stellt der Elbtaler das traditionelle Familienunternehmen Pestel Optik aus der Königsbrücker Straße in der Dresdner Neustadt vor.

Der Hof Mahlitzsch, ein großer Demeter-Hof bei Nossen, mit an die 30 Mitarbeitern und 3.000 Kunden hat Interesse gezeigt den Elbtaler zu unterstützen und ebenfalls mitzumachen. Wir sind zuversichtlich, das wir mit dem Hof Mahlitzsch als Partner einen großen Schritt machen werden. An diesem Samstag, den 22. Juni, feiert der Hof seinen 20.Geburtstag. Wer diesen außergewöhnlichen Hof mit Führungen und Programm kennen lernen möchte ist herzlich eingeladen an diesem Tag nach Mahlitzsch zu kommen. Wir vom Elbtaler werden ebenfalls mit Info-Stand und Kurzfilmen vor Ort sein. Beginn 14Uhr.

Aus den Elbtaler-Aktivitäten heraus hat sich nun ein Elbtaler-Akquise-Team gebildet. Dieses Team hat es sich zur Aufgabe
gemacht, fleißig neue Unternehmen für den Elbtaler zu gewinnen. Es werden derzeit neue Materialien erstellt, Fyler verteilt und Unternehmen direkt auf den Elbtaler angesprochen.

Jedoch müssen wir auch dazu sagen, das die Akquise ein zähes Geschäft ist. Aus unseren Erfahrungen heraus wissen wir, das ein Unternehmen, das trotz gezeigten guten Willens und Interesse an die 6 bis 12 Monate braucht bevor es offiziell am Elbtaler teilnimmt. Diese Zeit müssen wir den Unternehmen auch geben, um für sich das Thema setzen zu lassen, und bis ebenso der Moment kommt, wo das Tagesgeschäft Luft für neue Ideen lässt.

Vor paar Tagen wurde das 41. Unternehmen beim Elbtaler begrüßt und dessen Online-Konto eröffnet. Aktuell sind damit 11.000 ET geschaffen wurden.

Der Elbtaler wächst, jedoch auch langsam. Was auch sein Gutes hat. Dennoch können wir jede Unterstützung gebrauchen. Sie kennen einen Friseur, einen Bäcker, eine Werkstatt, oder ein anderes Unternehmen, das möglicherweise beim Elbtaler mitmachen würde? Teilen Sie uns das bitte mit! Sprechen Sie Unternehmen, die sie persönlich kennen auch ruhig einmal auf den Elbtaler an! Sie würden uns damit sehr helfen.

Zur Zeit sind wir auch mit der Vorbereitung zweier Veranstaltungen beschäftigt, welche wir zusammen mit dem Deutschen Hygienemuseum für September planen. Einmal ein Kinder- und Aktionstag zum Thema Reichtum am 15.September und ein Vortragsabend mit Prof. Margrit Kennedy am 5. September. Den Vortragsabend im Hygienemuseum sollten Sie nicht verpassen!
Parallel zu den ganzen Aktivitäten wird auch der RegionalAtlas unermüdlich weiter entwickelt. Momentan entwickeln wir einen Filter für die Karte und die Generierung eines Elbtaler-Teilnehmerheftes.

Und zum Schluss, diesen Mittwoch, am 19. Juni, findet ab 18:00 Uhr die nächste „Elbtaler-Sprechstunde“ statt. Im Elbtaler-Büro gibt es dann die Gelegenheit beim Elbtaler rein zuschauen, uns kennen zu lernen und zu erfahren, was gerade so beim Elbtaler passiert. Eine offenes Büro, zum Plaudern und Vorbei schauen. Die „Elbtaler-Sprechstunde“ findet ab sofort jeden 3.Mittwoch eines Monats in unserem Büro am Fetscherplatz statt. Neugierige sind herzlich willkommen.

Alle Termine finden Sie noch einmal unter:
www.elbtaler.de/termine

Mit freundlichen Grüßen
Förderverein Elbtaler e.V.

„Peak Oil“ und Elbtaler

„Wann geht uns das Erdöl aus?“ – Diese Frage geht am Kern vorbei. Der Tag, an dem der letzte Tropfen gefördert wird, liegt in ferner Zukunft. Viel früher jedoch können die Liefermengen von Erdöl nicht mehr mit dem Bedarf Schritt halten. Das Erdöl-Zeitalter endet also bereits lange vor dem Ende des Öls. Dieser Punkt, der sogenannte „Peak Oil“ und seine Auswirkungen auf Sachsen sind Schwerpunkt der Studie von Norbert Rost, die von der GRÜNEN-Landtagsfraktion in Auftrag gegeben wurde.

Freitag, der 24.05., 19.00 Uhr
Ort: Atelier MöbelUnikate (Dresden/Neustadt, Oschatzer Straße 5)

An diesem Abend wird Eva Jähnigen die Studie „PEAK OIL – Herausforderung für Sachsen“ vorstellen. Die Studie zeigt auf, wie abhängig Sachsen und unser Leben vom billigem Erdöl ist, und warum in naher Zukunft Erdöl immer teurer werden wird. Im Anschluss wird Norbert Rost auf den Elbtaler eingehen, als einen Baustein zur Bewältigung dieser Herausforderung.

Eva Jähnigen
Landtagsabgeordnete Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN

Norbert Rost
regionalentwicklung.de
Vorstand Förderverein Elbtaler e.V.

vorgestellt: Pestel Optik

Gegenwärtig akzeptieren etwa 40 Unternehmen in der Region Dresden den Elbtaler. Hier stellen wir Sie Ihnen vor.

Im zweiten Interview stellt der Elbtaler e.V. das traditionelle Familienunternehmen Pestel Optik aus der Königsbrücker Straße in der Dresdner Neustadt vor. Unsere Interviewpartner sind Geschäftsinhaberin Gabriele Göhler und Ulrich Göhler, beide Augenoptikermeister.

ELBTALER: Wie kamen Sie zu dem Beruf des Augenoptikers? Wie haben Sie angefangen?

Gabriele Göhler: Bei mir ist der Beruf direkt in der Familie weitergegeben worden. Ich bin ja bereits die 5. Generation und habe den Beruf sozusagen mit der „Vatermilch“ aufgesogen. Schon als Kind war ich bei den Eltern in der Werkstatt oder im Geschäft. Und da bekam man ja eine Vorstellung von dem Beruf und das ist auch ein Grund, warum ich mich dafür entschieden habe. Nach der Schule dann die Lehre, das war ja zu DDR-Zeiten so üblich. Und nach zwei Gesellenjahren habe ich die Meisterschule besucht in Jena. Dann ist mein Sohn geboren worden. Im Jahr 1986 bin ich dann wieder eingestiegen und habe das Geschäft meines Vaters übernommen.

Ulrich Göhler: Ich wollte nicht unbedingt Optiker werden, aber für mich hat sich eigentlich nie wirklich die Frage nach dem Beruf gestellt. Als Kind wollte ich zwar gerne in die Land- oder Forstwirtschaft. Aber ich hatte auch den Einblick in das Geschäft hier, bin also vorgeprägt, und wollte gern die Tradition des Unternehmens weiterführen. Und das habe ich bis jetzt nie bereut.

ELBTALER: Kommen Sie ursprünglich aus Dresden? Seit wann gibt es ihr Unternehmen?

Gabriele Göhler: Ja, ich komme aus Dresden. Mein Ururgroßvater kam aus Leipzig und hat sich 1833 hier in Dresden selbstständig gemacht als Optikus und Mechanikus. Er hat zum Teil noch die Linsen selber geschliffen.

ELBTALER: Woher beziehen Sie die Linsen heute? Arbeiten Sie mit regionalen Anbietern zusammen?

Gabriele Göhler: Wir bekommen die Linsen bzw. Brillengläser seit vielen Jahren schon fertig von der Industrie, welche wir dann noch randbearbeiten. Seit 2006 beziehen wir unsere Brillengläser aus Rathenow. Nach der Wende haben wir uns erst einmal umgeschaut und bei verschiedenen, großen Firmen Gläser eingekauft. Aber uns hat die Zusammenarbeit mit Rathenow besser gefallen. Deshalb sind wir zur Firma „Ophthalmica“ gewechselt. Das ist eine kleine Firma und wir haben einen persönlichen Ansprechpartner. Sie liefern eine sehr gute Qualität und sind nicht ganz so teuer.

Ulrich Göhler: Ja, man kann schon sagen, es ist ein regionaler Anbieter. Es gibt für uns momentan keinen anderen Anbieter, der näher ist.

ELBTALER: Auf welche Bereiche der Augenoptik ist ihr Geschäft spezialisiert?

Gabriele Göhler: Wir sind unter anderem darauf spezialisiert, Winkelfehlsichtigkeit zu vermessen und zu korrigieren mit der Mess- und Korrektionsmethode nach Hans-Joachim Haase. Da die Augenmuskeln im entspannten Zustand nicht immer parallel stehen, bilden die Sehachsen einen Winkel zu einander. Es ist oft ganz elementar für das Wohlbefinden des Brillenträgers, dass diese Tatsache berücksichtigt wird.

Ulrich Göhler: Für die Winkelfehlsichtigkeit gibt es auch einen Fachbegriff, der ursprünglich aus dem englischsprachigen Raum kommt. Er heißt assoziierte Heterophorie. Dieser Bereich der Optometrie ist in Deutschland fachlich umstritten, was allerdings berufspolitische Ursachen und Hintergründe hat. Wir und viele unserer Kunden sind von der Wirkungsweise überzeugt, sonst würden wir es nicht anbieten.

Gabriele Göhler: Des Weiteren verkaufen wir vergrößernde Sehhilfen. Da haben wir eine gute Auswahl. Eine Kontaktlinsenanpassung bieten wir für weiche und formstabile Linsen an.

ELBTALER: Können Sie sagen, welche Kunden kommen zu Ihnen? Worin legen Ihre Kunden besonderen Wert?

Gabriele Göhler: (lacht) Ja, ich sage immer, das sind „introvertierte Intellektuelle“. Ganz eindeutig. Also, diese Kunden wollen persönlich beraten werden und individuell abgestimmt auf ihren Typ eine Brillenfassung. Es soll oft nichts vordergründig Modisches sein.

Ulrich Göhler: Ja genau und möglichst ein Brillenbügel ohne Label.

Gabriele Göhler: Man kann sagen, es sind langjährige Kunden, die immer wieder kommen. Zu uns kommen mehr Kunden auf Empfehlung, als Laufkunden.

ELBTALER: Gibt es auch spezielle Angebote für Kinder?

Gabriele Göhler: Ja, wir bieten auch Kinderoptometrie an, besonders für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche. Wenn die Augenmuskeln einen unterschiedlichen Querschnitt haben oder von der Länge her etwas abweichen, dann kommen die Bilder vom rechten und linken Auge im Gehirn nicht anstrengungsfrei zur Deckung. Dann brauchen die Kinder viel länger, um ein Wort lesen zu können. Sie sind etwas langsamer als die anderen Schüler im Klassenverband. Das führt zu Schwierigkeiten im Schulalltag. Manchmal haben sie Kopfschmerzen, kleinere Kinder auch Bauchschmerzen. Aber im Allgemeinen kommt es zu Konzentrationsproblemen.

ELBTALER: Konzentrationsschwäche kennt man ja auch als Erwachsener…

Gabriele Göhler: Ja, das zieht sich von den Studenten bis zu den Erwachsenen. Die haben zwar nicht zwangsläufig Kopfschmerzen, aber Konzentrationsprobleme. Die positiven Auswirkungen der prismatischen Brillenkorrektion stellen sich bei Kindern im Normalfall nach kurzer Eingewöhnungszeit ein. Aber bei Erwachsenen, die z.B. im Studium vor dem Diplom stehen, also großen Stress haben, sofort. Wenn sie die Brille aufhaben, merken sie sofort, dass sie sich 5, 6 oder 7 Stunden auf ihre Arbeit konzentrieren können. Vorher mussten sie nach zwei Stunden eine längere Pause einlegen.

Ulrich Göhler: Das sind zum Teil auch Extremfälle.

Gabriele Göhler: Aber davon hatten wir schon einige. Die sind dann sehr dankbar.

ELBTALER: Was hat sich in den letzten Jahren in Ihrer Branche geändert?

Gabriele Göhler: Es gibt inzwischen einige Weiterbildungsangebote für Augenoptikermeister. Dabei werden sie intensiver im Bereich der Optometrie ausgebildet, d.h. Krankheiten und deren Erscheinungsbilder werden tiefgründiger besprochen. Dadurch sind die Augenoptiker in der Lage, spezielle Funktionstests sowie Vorsorgeuntersuchungen anzubieten, so wie es in England der Fall ist.

Ulrich Göhler: In englischsprachigen Ländern ist der Optometrist die erste Anlaufstelle. Er führt verschiedene Siebtests durch und entscheidet dann, ob der Kunde an einen Augenarzt oder Augenoptiker vermittelt wird.

ELBTALER: Was ist ihre größte Herausforderung im Unternehmen?

Gabriele Göhler: Unsere Netzwerke müssten noch weiter ausgebaut werden. Sie sind sehr wichtig.

Ulrich Göhler: Potentielle Kunden müssen noch besser aufgeklärt werden über die Probleme bei nicht optimalem, beidäugigem Sehen, welche durch eine Lasik-OP nicht behoben werden oder nach einer Kataraktoperation auftreten können.

ELBTALER: Welche Kooperationspartner haben sie?

Gabriele Göhler: Das sind unter anderem Ergotherapeuten, Logopäden, Kinderärzte, Lehrer, Grundschullehrer und Psychologen.

ELBTALER: Warum machen Sie beim Elbtaler mit? Was erhoffen Sie sich für Ihr Unternehmen davon?

Ulrich Göhler: Der Gewinn für unser Unternehmen steht hierbei eher im Hintergrund. Es geht vielmehr um sozialen Frieden und größere Unabhängigkeit unserer Region vom globalen Handel. Dieser kann nur reibungslos funktionieren, wenn es keine Währungskrisen oder -crashs gibt. Unser heutiges Geldsystem wirkt destabilisierend. Geld in der Wirkungsweise von Regionalgeld kann z.B. nicht gehortet und als Machtinstrument missbraucht werden, da es nicht über den Zinseszinseffekt anhäufbar ist. Ein derartiges Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich ist unmöglich. Eine Spekulation mit dieser Geldart lohnt sich nicht, sondern es bleibt fest mit der Realwirtschaft verknüpft. Da ich mich seit längerem mit dem Thema Geld auseinandersetze, bin ich zwangsläufig auf den Elbtaler im Internet gestoßen.

Gabriele Göhler: Ich hatte schon das Buch von Margaret Kennedy „Geld ohne Zinsen und Inflation“ gelesen. Und dann hatten wir eine Einladung für eine Elbtaler-Veranstaltung im Umweltzentrum Schützengasse bekommen. Seit dem sind wir dabei.

ELBTALER: Welches Unternehmen fehlt noch beim Elbtaler?

Ulrich Göhler: Bio-Lebensmittelmärkte, die besonders viele regionale Produkte anbieten. Bäckereien, Restaurants sowie Bars, die z.B. Bier der Neustädter Hausbrauerei ausschenken. Wenn auf stillgelegten Agrarflächen der Umgebung z.B. auch Industriehanf angebaut würde, hätte man eine regionale Ressource, die als Grundlage für schier unzählige Produkte zur regionalen Verarbeitung verwendbar wäre. Dafür ist der Elbtaler als regionales Tauschmittel ideal geeignet.

ELBTALER: Vielen Dank für das ausführliche Interview!

Interview: Manuela Weiße

dieses Unternehmen im RegionalAtlas anzeigen:
Pestel Optik GbR (Dresden / Neustadt)


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Zahlen des Elbtalers

  • teilnehmende Unternehmen:
    55
  • teilnehmende Vereine:
    4
  • Elbtaler auf den Online-Konten:
    15.839,70 ET
  • Elbtaler-Gutscheine im Umlauf:
    1.133 ET

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