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Wissenschaft! Nein, Danke?

Das Projekt „Elbtaler“ ist langfristig angelegt. Wir bewegen uns auf unbekanntem Terrain: Wir wollen eine funktionierendes Währungssystem entwickeln, dessen Ziel und grober Rahmen uns zwar bekannt sind, dessen konkreter Entwicklungsweg von uns jedoch ausprobiert werden muss. Es gibt bislang kein Patentrezept, wie „Währungen von unten“ entstehen, wie sie sich durchsetzen können und welche Funktion sie letztlich in der künftigen Wirtschaft und der sich verändernden Gesellschaft übernehmen.

Wir sind somit auf einem Pfad, den wir beim Wandern erst erforschen.

Inzwischen ist in unserer Gesellschaft ein Bewusstsein dafür entstanden, dass Finanzsysteme instabil sein können. Die Suche nach den Ursachen hat erst begonnen. Als Beispiel seien zwei Förderangebote des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung genannt, die im Herbst 2013 ausgerufen wurden, um die Instabilitäten des Finanzsystems und nachhaltigere Wirtschaftsformen zu erforschen. Man könnte sagen: Erst 6 Jahre nach der Finanzkrise, die 2007 begann, beginnt jetzt langsam die Aufarbeitung dieser Krise mit dem Ziel, künftige Krisen zu dämpfen oder zu vermeiden. 6 Jahre hat also unsere Gesellschaft gebraucht, um zu realisieren, was ihr hier passiert. Oder besser: Dass ihr hier was passiert – was genau es ist, gilt ja noch als unklar. Es ist nicht damit zu rechnen, dass ein so komplexes und mit vielen Gesellschaftsbereichen verbundenes System wie das Geld- und Finanzsystem, mal eben innerhalb von 2 Jahren erforscht und neu justiert wird. Vielmehr beginnt jetzt eine Suche, die viele Jahre dauern kann.

Wir als Förderverein Elbtaler e.V. sind mittendrin in dieser Suche. Wir tragen bereits seit 2003 zu diesem Prozess bei, denn damals entstand in Dresden die Idee, mit der Entwicklung einer regionalen Währung die Regionalwirtschaft einerseits zu fördern, andererseits aber neue Geldsysteme mitzuentwickeln. Wir sind dabei schon ein gutes Stück gekommen, auch wenn wir die Erwartungen und Hoffnungen vieler Beobachter längst nicht erfüllen konnten. Für diese sind wir manchmal „zu langsam“, allerdings wird übersehen, dass die Entwicklung eines Geldsystems eben nicht vergleichbar ist mit dem Aufbau eines beliebigen Unternehmens, welches irgendwelche Produkte herstellt. Geld ist ein soziales Konstrukt, es ist ein S Y S T E M, keine Ware. Nur wenn viele Wirtschaftsakteure es nutzen, bekommt es seine Kraft und entfaltet seine Wirkung. Die Entwicklung eines Regionalwährungssystems ist daher eine Mischung aus sozialer und wirtschaftlicher Arbeit. Wir leisten Pionierarbeit. Grundlagenforschung im Reallabor, könnte man auch sagen.

Anfang 2012 haben wir einen großen Schritt gemacht. Wir haben eine über 2 Jahre selbstentwickelte Software online gestellt, die quasi den Prototypen einer „Art Bank“ darstellt. Dieser „RegionalAtlas“ verbindet Geografie mit Buchhaltung. Wir als Software-Entwickler mußten dafür verstehen, wie eine Bank funktioniert, wie ein Geldsystem funktioniert. Nur wenn man dies versteht, kann man es in Algorithmen und Software „übersetzen“. Diesen RegionalAtlas entwickeln wir beständig weiter und betreiben damit auch hier Grundlagenarbeit.

Wir vermissen bislang das Forschungsinteresse der Hochschulen in unserer Region. Die Finanzkrise wird medial stark diskutiert, aber dies führte nicht dazu, dass sich die Lehrstühle der Wirtschaftswissenschaften stärker für uns interessierten. Dabei ist der Elbtaler das ideale Forschungsprojekt vor Ort. Studenten könnte an ihm Probleme und Lösungsansätze zum Aufbau neuartiger Werkzeuge und Wirtschaftsstrukturen untersuchen. Sie können Wertschöpfungsketten beobachten, Wirtschaftskreisläufe untersuchen, betriebswirtschaftliche Elemente mit volkswirtschaftlichen verbinden. Sie könnten am sich entwickelnden Objekt lernen, wie Geldsysteme gebaut sind und: Wie man sie selbst bauen kann.

Für Nicht-Wirtschaftswissenschaftler mag dieser Gedanke seltsam erscheinen, aber die Absolventen der Wirtschaftswissenschaft beenden ihr Studium nicht mit solchem Wissen. Obwohl Geld unabdingbare Grundlage unserer Wirtschaftsweise ist, wird seine Existenz in den meisten wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen vorausgesetzt. Geld ist in den meisten wirtschaftswissenschaftlichen Überlegungen einfach „da“ und es wird meist als neutrales Element ohne eigene Wirkung betrachtet. Eine Auseinandersetzung darüber, wie Geld überhaupt in die (Wirtschafts-)Welt kommt und welche Wirkungen ein Geldsystem auf die sich entwickelnden Wirtschaftsstrukturen hat, wird nur in Nischen der Wirtschaftswissenschaften geführt. Wenn Geld selbst nur eine Nische im Wirtschaftsleben wäre, wäre das Nischendasein in dem zugehörigen Wissenschaftszweig verständlich, aber Geld ist allgegenwärtiger Alltag für jede Frau, jeden Mann und für viele Kinder und Jugendliche.

Entsprechend müßte jeder WiWi-Student erklären können, wie das heutige Geldsystem funktioniert, welche formenden Wirkungen es auf die Strukturen der Wirtschaft und auf die Psyche der Wirtschaftsteilnehmer hat, sowie welche Dynamiken es hervorbringt. Geld formt Wirtschaft. Geld ist aber ein Regel-System, dessen Regeln veränderbar sind. Das zeigt die Zentralbank immer dann, wenn sie die Leitzinssätze hebt oder senkt, denn in dem Moment ändern die Zentralbanker eine Regel im System. In einem starren, vergleichsweise eindimensionalen Geldverständnis wird Geld oft als etwas Unveränderbares angesehen, als etwas Gottgegebenes. Dass Geld eine menschliche Erfindung ist, die sich „umprogrammieren“ läßt, so wie Ingenieure eine Maschine „justieren“ oder Informatiker eine Software „anpassen“ können, so lassen sich auch die Regeln eines Geldsystem verändern. Wir vermuten ganz stark, dass veränderte Geld-Regeln zu anderen Wirtschafts-Strukturen und Wirtschafts-Dynamiken führen. Aber: Wir wissen es nicht. Weil es niemand systematisch untersucht.

Wir vom Elbtaler sehen unsere Aufgabe darin, ein funktionierendes Geld-System zu entwickeln. Wir konzentrieren uns dabei auf die regionale Ebene und sind als Verein organisiert, weil wir auf dieser Ebene etwas bewegen können und dies demokratisch tun wollen. Wir haben genug damit zu tun, diese Umsetzung zu organisieren und die Idee demokratisch gestalteter Geldsysteme voranzutreiben. Finden wir dabei noch ausreichend Zeit, unser Tun und unsere Wirkung zu erforschen? Nein.

Der Elbtaler ist überwiegend ehrenamtlich organisiert. Jede Bäckerei hat mehr Personal als wir. Wir wollen uns nicht „beforschen“ lassen, so als wären wir ein Experiment losgelöst von unserem Umfeld. Aber wir wollen gern unser kleines „Real-Labor“ für Forscher öffnen, damit diese eintreten, mitmischen und mit uns gemeinsam forschen können. Ist es nicht das, was regelmäßig gfordert wird: Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft? Im Förderverein Elbtaler e.V. sind mehrheitlich Unternehmer Mitglied. Wir vertreten bislang nur einen kleinen Teil der Wirtschaft, aber: Wir vertreten ihn! Wir sind bereit, unser Wissen in den Forschungsbereich zu transferieren und wir sind offen dafür, Wissen aus dem Forschungsbereich in unserer Arbeit zu nutzen. Doch Interesse dafür ist bei den Dresdner Hochschulen bislang Mangelware.

Man könnte uns vorwerfen, wir suchten den Kontakt zu den Hochschulen nicht. Wir müssen entgegnen: Ehrenamt hat Grenzen. Der Möglichkeiten sind zu viele, um sie alle zu probieren. Wir laden hiermit ein, mit uns in Kontakt zu kommen. Statt dass wir an 10 Türen klopfen, damit vielleicht eine Interesse zeigt (push), wünschen wir uns die Kontaktaufnahme jener, die Interesse haben (pull). Themen für Bachelor-, Master-, Diplom- und Doktorarbeiten gibt es viele und sie beschränken sich nicht nur auf die Wirtschaftswissenschaften.

Die Suche nach einer mehr nachhaltigen Wirtschaftsform und nach stabilen Geld- und Finanzsystemen kann vor unserer eigenen Haustür beginnen. Wir müssen nicht auf Brüssel oder Berlin warten. Interesse an einer Weiterentwicklung unserer Wirtschaft und ihrer Werkzeuge sollte jeder Mensch haben, denn das Leben unserer und der kommenden Generationen könnte davon abhängen. Daher darf dies als Aufruf an Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren verstanden werden: Forschen wir gemeinsam! Wir haben das Forschungsfeld, erste Erfahrungen und ein hochinteressantes Real-Labor. Betreten Sie es.

Mitmachen beim Elbtaler!

Ab dem 10. Oktober startet in Dresden das 5. Umundu-Festival. Bereits am Start-Tag laden wir vom Elbtaler all jene ein, die sich vorstellen könnten, etwas intensiver beim Elbtaler mitzumachen.

Wir treffen uns am 10. Oktober um 19 Uhr zu einem Workshop unter dem Titel:

“Wie kann ich mitmachen beim Elbtaler?”

Da wir an dem Abend in kleinen Gruppen zusammen denken und arbeiten wollen, gibt es den Ort zum Treffen (in der Dresdner Neustadt) nicht öffentlich, sondern nur nach Anmeldung. Schreib dazu eine eMail an ed.relatblenull@nehcamtim oder ruf an: 0351/4404725.

Wir wollen an dem Abend keine Grundsatzfragen klären, wie der Elbtaler funktioniert oder wie Unternehmer oder Endverbraucher mit Elbtalern umgehen. Wir wollen eine schlagkräftige Truppe an Helfern, Aktiven, Vernetzern und Unterstützern zusammenbringen, um den Elbtaler in 2014 ordentlich anzuschieben. Bist du/Sind Sie dabei?

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Elbtaler im Hygiene-Museum

Im September fanden im Rahmen der Sonderaustellung „Reichtum“ zwei Veranstaltungen im Deutsche Hygiene-Museum Dresden in Kooperation mit dem Förderverein Elbtaler e.V. statt. Für alle die nicht dabei waren, hier ein kleiner Rückblick mit einigen Fotos.

Vortrag mit Kathrin Latsch – „Das Geld und ich“

Am 05.09. eröffnete Kathrin Latsch mit einem Geld-Spiel den Abend. Die Teilnehmer konnten spielerisch das Gruppenverhalten in Umgang mit Geld an der eigenen Geldbörse erfahren. Im Anschluss stellte Sie mit einem Vortrag die Instabilität unseres heutigen Finanz- und Eurosystems vor. Mit klaren Zahlen und Erklärungen zeigte sie verständlich die Fehler im System, aber auch Alternativen und Lösungswege auf. In der anschließenden Diskussion ging es auch um den Elbtaler.

Familientag – CA$H

Am 15.09. fand im Foyer des Hygiene-Museums ein Aktionstag statt, bei dem der Elbtaler spielerisch die Runde machte. Etwa 5.000 Elbtaler-Scheine wurden an diesem Tag in Umlauf gebracht. Egal ob groß oder klein, jeder hatte Elbtaler in den Taschen. Neugierige konnten sich an den verschiedensten Info- und Bastelstationen Elbtaler verdienen und Gewinne bei dem Kauf durch Lose ergattern. Unser Elbtaler-Quiz als auch das Elbtaler-Monopoly waren heiß begehrt. Wenn jemand an unserem Stand 5 mal den „Hampelmann“ für seine Bank machte, dann lag das wohl an den Ereigniskarten. Wir hatten ziemlich viel Spaß.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Helfern und dem Deutschen Hygiene-Museum für die gelungenen Veranstaltungen bedanken.

Sukuma Award 2013

Vor paar Tagen wurden bei den Filmnächten die Siegerpots des Sukuma Awards 2013 aus Chemnitz und Dresden vorgeführt. Thema dieses Jahres war das Bankgeheimnis, und die Frage danach, wie Banken mit unserem Geld umgehen.

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Aus den eingereichten Filmideen gingen zwei als Sieger hervor. Diese wurden von Laien, Filmprofis und Prominenten als Kurzfilm umgesetzt und produziert. Mit der Verbreitung der Siegerspots in Kinos und Medien setzt sich Sukuma dafür ein, die Öffentlichkeit dazu zu bewegen, sich im Alltag für eine gerechte Globalisierung zu engagieren.

Hier nun die zwei Siegerspots:

Antrag auf Fördermittel

Von der Nationale Stadtentwicklungspolitik eine Gemeinschaftsinitiative von Bund, Ländern, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund gab es einen Projektaufruf. Gesucht wurden beispielhafte Pilotprojekte, die als Ziel haben eine klimagerechte, sozial ausgeglichene, wirtschaftlich robuste, kurzum eine nachhaltige Stadtentwicklung sicherzustellen.

Projektaufruf Stadtentwicklung

Ein wichtiger Punkt im Aufruf war die Frage, wie in einer Stadt regionale Wirtschaftskreisläufe für Energie, Lebensmittel, Infrastruktur u.a. gefördert werden können, um die Stadt widerstandsfähiger gegenüber Krisen zu machen. Stadt-Land-Partnerschaften und regionale Währungen wurden hierbei explizit erwähnt.

Die ausgewählten Projekte werden über zwei Jahre begleitet und zu 50% gefördert, bis zu 70.000 Euro. Wir vom Elbtaler haben uns an diesem Aufruf beteiligt und einen Projektvorschlag vor wenigen Tagen eingereicht.

Der Schwerpunkt in unserem Antrag liegt auf einer Kooperation mit den Gemeinschaftsgärten und Höfen in und um Dresden. Der Elbtaler-Schein den wir mit dieser Förderung realisieren wollen spielt hierbei eine zentrale Rolle. Mit Hilfe einer Förderung können wir die nächste Phase des Elbtalers beschleunigen und weiter professionlisieren. Einsendeschluss war der 31.08.2013 und die Projekte werden bereits ab November 2013 gefördert.

Dies war unser erster Antrag auf Fördermittel. Wir haben uns beim Antrag sehr viel Mühe gegeben. Wir drücken die Daumen.



Hier ein kleiner Auszug aus unserem Antrag und welche Ziele wir mit dem Projekt verfolgen.

Die klassischen Ziele einer Regionalwährung:

    Belebung der regionalen Wirtschaft (sozial und nachhaltig)
    • Unterstützung und Vernetzung von regionalen KMU
    • Transportwege verkürzen, regionale Ressourcen nutzen, Natur und Umwelt schonen
    Selbstversorgungsgrad der Stadt und Region heben, Resilienz fördern

Projektförderung durch den Elbtaler („Elbtaler-Bonus“ mittels ET-Schein):

    Finanzierungsinstrument für regionale Vereine und soziale Projekte in der Stadt
    Bürger einbinden, Zusammenarbeit motivieren, die Stadt beleben
    Vernetzung zwischen Vereinen und Projekten und der Unternehmerlandschaft; Unternehmerschaft für das städtische soziale Umfeld sensibilisieren, Verbundenheit zur eigenen Stadt wecken

Kooperation mit den Landwirtschaftsprojekten:

    • städtische Konsumenten mit regionalen Lebensmittel-Produzenten verbinden
    • Versorgungspotentiale für Lebensmittel heben und Vermarktungswege öffnen
    Wissen um Anbau, Verarbeitung und Haltbarmachung von Lebensmitteln fördern
    Ernährungssicherheit verbessern

nächstes Strategietreffen

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Wir planen mit dem Elbtaler in die nächste Phase zu gehen und wollen die Entwicklung zum Schein & Endverbraucher angehen. Um die Finanzierung aller nötigen Bausteine zu bewerkstelligen werden wir im Herbst eine Crowdfunding-Aktion starten. Parallel dazu nehmen wir an dem Projektaufruf „Wirtschaft und Stadtentwicklung“ teil und erhoffen uns zusätzliche Fördermittel.

Anlässlich dieser Entwicklung lädt der Förderverein Elbtaler e.V. zum nächsten Strategietreffen ein. An diesem Abend wollen wir Mitglieder und Interessierte über die nächsten Schritte informieren.

Themen die wir vorstellen werden:

  • Elbtaler-Schein und Endverbraucher: Wo liegen die Kosten?
  • Crowdfunding-Aktion: Was ist geplant?
  • Förderprojekt „Wirtschaft und Stadtentwicklung“: Was ist das?
  • anstehende Aufgaben: Wie kann ich mich einbringen?

Mit einer kurzer Einführung werden wir das Thema des Abends und unsere Vorarbeit vorstellen. Im Anschluss möchten wir mit euch gemeinsam die nächste Schritte besprechen. Wir freuen uns auf eure kreativen Anregungen, und natürlich auch auf etliche Helfer.

Mittwoch 21.08., 19.00 Uhr
18.30 Uhr: offene Gesprächsrunde
19.00 Uhr: Beginn offizieller Teil

Ort: Konferenzraum der ENFO AG
Dresden, Jägerstraße 6 (Nähe Waldschlösschen)

Vortrag mit Prof. Margrit Kennedy

Flyer Kennedy

Prof. Margrit Kennedy beschäftigt sich als Architektin seit mehr als 20 Jahren mit der Architektur unseres Geldsystems. Das unser Finanzsystem neue Blickwinkel brauchen kann, zeigt die seit 2007 anhaltende globale Finanzkrise, die aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Mainstream nur wenige vorhersahen. Obwohl jeder von uns tagtäglich mit Geld umgeht, kennen nur wenige seine Funktionsweise und die Dynamiken des Geldsystems. Dass sich Geld auch ganz anders denken läßt, ist eine Idee, die im Laufe der Finanzkrise auf immer breiteres Interesse stößt.

Gemeinsam mit dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden hat der Förderverein Elbtaler e.V. Margrit Kennedy nach Dresden eingeladen. Am 5. September spricht sie ab 19 Uhr im Großen Saal des Hygiene-Museums. Sie wird in Ihrem Vortrag ihre Kritik am Geldsystem ebenso vortragen wie sie Wege aufzeigen wird, wie Geld neu gestaltbar ist. Bereits ab 17 Uhr lädt sie zu einem Geld-Spiel ein, bei dem alle Mitspielenden ihr persönliches Verhältnis zum Geld auf die Probe stellen dürfen.

 

Achtung: Leider ist Margrit Kennedy erkrankt. Der Abend findet dennoch statt! Kathrin Latsch, Journalistin, Psychologin und Filmemacherin wird sie auf Empfehlung von Margrit Kennedy vertreten. Sowohl das Geld-Spiel wie auch der Vortrag finden statt!

 

Flyer Kennedy

Das Geld und ich
Prof. Margrit Kennedy

Do. 05.09., Großer Saal
Deutsches Hygiene-Museum Dresden
17 Uhr: Das Geld-Spiel
Anmeldung unter ed.dmhdnull@negnutlatsnarev

19 Uhr: Vortrag
Eintritt: 3 €/Ermäßigungsberechtigte frei

Mehr Infos:
www.dhmd.de/kennedy

Veranstaltungsflyer

Die Demokratisierung des Geldes

Der Elbtaler ist ein als Verein organisiertes Zahlungsmittel, welches zwischen seinen Mitgliedern benutzt wird. Die Regeln, wie dieses Geld funktioniert, geben sich die Mitglieder selbst. Damit ist der Elbtaler weitaus demokratischer organisiert, als alle früheren Geldsysteme: Die Geldnutzer sind Eigentümer des Systems und bestimmen die Regeln.

Dass wir mit diesem Ansatz sehr zukunftsweisend unterwegs sind, zeigt ein aktuelles Interview mit David Graeber, Autor des Buches „Schulden – Die ersten 5000 Jahre“:

„Wir tun so, als wäre Geld eine begrenzte Ressource wie Öl. In Wirklichkeit ist Geld eine soziale Übereinkunft. Es besteht aus gesellschaftlich zirkulierenden Versprechen, die man freilich ganz anders organisieren könnte, als das heute der Fall ist. Leider gibt es im Moment eine Blockade der Imagination. Die Kreativität ist verloren gegangen, mit der Politiker in der Nachkriegszeit große Entwürfe wie den Wohlfahrtsstaat, die Vereinten Nationen oder das Weltraumprogramm umsetzten.
[..]
Wenn Geld aus einer Reihe von Versprechungen besteht, die sich Menschen gegenseitig machen, und wenn die Geldmenge nur die Menge zirkulierender Erklärungen ist, wie viel Wert wir in Zukunft produzieren möchten, dann muss darüber in einer Demokratie auch ein demokratischer Konsens hergestellt werden. Es gibt nichts Wichtigeres für eine Gesellschaft als diese Zukunftsversprechen, die wir uns gegenseitig geben. Es ist zutiefst undemokratisch, wenn nur ein Prozent der Bevölkerung darüber entscheidet. Nur durch diese Art der postkeynesianischen Neubestimmung der Natur des Geldes wird möglich sein, was ich die Demokratisierung des Geldes nenne.“

Das vollständige Interview im FREITAG.

Sukuma-Wettbewerb: Was macht die Bank mit deinem Geld?

Der Sukuma Award ist der etwas andere Filmpreis des Sukuma arts e.V. Der Verein hat seinen Sitz in der Dresdner Neustadt und sucht in diesem Jahr nach Film-Ideen unter dem Motto „Kennen Sie ihr Bank-Geheimnis?“

Seit 2009 werden Themen gesetzt, die mit dem Stichwort „Nachhaltige Entwicklung“ verbunden sind. Wir als Förderverein Elbtaler e.V. fühlen uns Nachhaltigkeits-Aspekten sehr verbunden und mit dem diesjährigen Banken-Thema angesprochen. Daher rufen wir dazu auf:

Die beste Film-Idee hat die Chance auf Dreh-Beginn: Sukuma finanziert die Umsetzung der Film-Idee. Vielleicht läuft auch bald dein Spot im Kino?

Die nächste Blase

Der Gründungsväter und -mütter des Elbtalers trieb auch die Frage nach der Stabilität unseres Finanzsystems um. Allerdings wollte dies vor 2008 kaum jemand hören. Erst seit 2008 wird die Idee des Elbtalers nicht mehr nur als „Spinnerei“ angesehen, sondern zunehmend als Teil einer Lösungssuche akzeptiert. Dennoch flacht das Interesse am Thema Regiogeld derzeit wieder ab: Griechenland scheint „gerettet“, die Diskussion um Euro-Bonds ist verschwunden, seitdem keine neuen Krisenländer aufgetaucht sind. Doch die Ruhe ist trügerisch.

Spiegel Online hat ein Interview mit William White geführt, in welchem dieser warnt, dass die Finanzkrise alles andere als überstanden ist. Dass außer schönen Ankündigungen und Versprechungen von Bankvorständen nicht viel Grundsätzliches passiert ist. Die Schwankungen der Preise für Aktien, Rohstoffe oder Gold sieht William White eher als Anzeichen einer neuen Blase, die ihre Ursache in den Rettungsversuchen der Zentralbanken hat. Immerhin wurde in den vergangenen Jahren
massiv neues Geld in die Welt gebracht (erkennbar an den verlängerten Bilanzen der Zentralbanken).

In Dresden sind die Auswirkungen der Finanzblase bereits spürbar: Die Preise für Immobilien steigen stark und mit ihnen die Mieten. Ursache dafür ist, dass immer mehr Geld in Immobilien fließt, um Turbulenzen im Finanzsystem auszuweichen: So mancher glaubt sein Geld in „Betongold“ besser angelegt als auf den Konten der Banken. Eben auch in Dresden.

Was passiert, wenn diese Blase, von der William White spricht, platzt, ist unsicher. Wahrscheinlich ist, dass erneut Banken in Schieflage geraten, vielleicht wieder mit staatlichem Geld gestützt werden müssen, damit die Einleger (also auch „Sparer wie du und ich“) nicht ihre Einlagen abschreiben müssen. Im Nachgang werden dann vielleicht die Banken weniger Kredite vergeben und die Zinsen steigen. Für Unternehmen kann dies tödlich sein.

Solche Entwicklungen sind nicht im Interesse der Mitglieder des Förderverein Elbtaler e.V. Wir wollen eine berechenbare Wirtschafts-Situation, in der unternehmerisches Handeln möglich ist. Auch im Interesse der Bürger der Region, denn nur gesunde Unternehmen stellen Arbeitsplätze und liefern Waren und Dienstleistungen. Der Elbtaler, so unsere berechtigte Hoffnung, soll dazu beitragen, Turbulenzen im Euro-System abzumildern, indem eine Währungs-Alternative verfügbar ist: Eine Alternative, die Geld bereitstellen kann, wenn es benötigt wird und Wirtschaftskreisläufe stabilisiert. Damit unsere Region und ihre Unternehmen weniger getroffen wird, falls die nächste Blase platzt.


Mitmachen als Unternehmen Elbtaler-Ausgabestellen FAQ Teilnehmerheft Regionalatlas Denk an deinen Beutel!

Zahlen des Elbtalers

  • teilnehmende Unternehmen:
    56
  • teilnehmende Vereine:
    4
  • Elbtaler auf den Online-Konten:
    15.284,74 ET
  • Elbtaler-Gutscheine im Umlauf:
    1.213 ET

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