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Postwachstum und der Elbtaler – RENN.Tage in Berlin

Was haben Regionalwährungen mit Postwachstum zu tun?

Der Grundgedanke hinter dem Begriff Postwachstums-Ökonomie ist, ein Modell zu entwickeln, wie wir aus dem wachstumsgetriebenen Kapitalismus in eine neue Wirtschaftsordnung finden können, die dann ohne ständiges Wachstum auskommt. Also eine neue Ära, die nach (lat. post) der Illusion des ewigen Wachstums kommt. Schon seit Karl Marx wird kritisiert, dass der Drang nach ständigem Wachstum zu Ausbeutung und horrendem Ressourcenverbrauch führt. Der Umweltgedanke war damals freilich weniger prominent als heute, die Erkenntnis aber, dass der Kapitalismus nur in Wachstumsphasen stabile Verhältnisse bietet und regelmäßig ganze Staaten in Krisen und Kriege stürzt, sobald das Wachstum endet, war bereits klar formuliert. Oberflächlich betrachtet mag es sein, dass wir seit dem zweiten Weltkrieg gute Wege gefunden haben, Rezessionen abzufedern und immer neue Dienstleistungen, Produkte und Absatzmärkte integrieren, die „den Motor am Laufen halten“. Aber wie es bei Motoren so ist: sie verbrauchen Treibstoff. Und da passt diese simple Analogie erschreckend gut: ebenso wie Erdöl als Kraftstoff für Automotoren große Umweltzerstörung mit sich bringt und irgendwann aufgebraucht ist, verbraucht auch die restliche Wirtschaft für nahezu jede Aktivität Ressourcen, die wir Menschen der Natur unseres Planeten entreißen müssen, um die Maschine damit zu füttern.

Damit sind wir auch beim Geld angekommen. Besser gesagt beim Finanzsystem des aktuellen Kapitalismus. Denn Geld an sich, ist gar nicht problematisch in Bezug auf Wachstum. Das System der Geldschöpfung durch Privatbanken, der Zins und Zinseszins sowie das unhinterfragte Loblied auf Investitionen (natürlich mit Gewinnerwartung) – dieses System ist sehr wohl problematisch und ursächlich an der aktuellen Wachstumsdynamik beteiligt. Diese Spielregeln könnte man allerdings ändern. Wie R. Buckminster Fuller gesagt hat: „Du änderst die Dinge niemals, indem du die existierende Realität bekämpfst. Um etwas zu ändern, entwerfe ein neues Modell, das das alte Modell überflüssig macht.“

Und da sind wir bei den Regionalwährungen dieser Welt. Sie sind Beispiele dafür, dass es möglich ist, Spielregeln selbst zu gestalten und nach anderen Regeln zu wirtschaften. Kredite können an die Ethikregeln der Vereinsmitglieder gekoppelt sein. Geld kann auf seine Funktion als Tauschmittel reduziert werden. Die Anhäufung großer Vermögen kann unattraktiv gemacht werden. Das Werben neuer Teilnehmer für ein möglichst dichtes Netzwerk an regionaler Wertschöpfung kann hingegen gefördert werden. Wirtschaft als Tauschbeziehung, die keine Verpflichtung zu destruktiver Konkurrenz und permanentem Wachstum beinhaltet (ähnlich wie es die spätmittelalterlichen Zünfte taten), ist in diesem Rahmen möglich.

Da Regionalwährungen besser geeignet sind, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein herzustellen, als eine äußerst komplexe globale Währung, sind sie ein realistischer Schritt in Richtung neuer Spielregeln für das Finanzsystem. Und damit auch ein geeignetes Experimentierfeld hin zu einer Postwachstums-Ökonomie.

In Berlin fanden am 3. und 4. Dezember 2019 die RENN.Tage statt (RENN steht für Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien). In diesem Rahmen gestaltet Norbert Rost einen Workshop mit und wird die Themen Postwachstum und Regiogeld verbinden. Mehr Infos unter https://www.renn-netzwerk.de/ und http://zukunftsstadt.de/event/regiogeld-auf-den-renn-tagen


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